Mehr Spaß mit der Modellbahn durch optimale “Herangehensweise”.

Mir geht es in diesem Beitrag im wahrsten Sinne des Wortes um das Herangehen an Deine Anlage und zwar ganz nah. Das Stichwort lautet hier: “Prinzip absoluter Nähe” kurz “PAN”.

Vom Oval zur Rundum-Anlage an der Wand entlang!

Für viele ist die Traum-Modellbahnanlage eine rechteckige Platte, die den gesamten zur Verfügung stehenden Raum ausfüllt. Darauf viele Ovale und Schleifen, sodass möglichst viele Schätze gleichzeitig ihre Runden drehen können. Dazwischen Grün, Rummelplatz, Dorf und Stadt. Der stolze Besitzer sitzt im Sessel am Schaltpult und beobachtet seine Züge aus der Ferne. Die Anlage liegt auf ca. 80cm Höhe, damit man sitzend auch alles gut sehen kann.
Diesem klassischen Ansatz steht jedoch noch ein anderes Modellbahn-Anlagekonzept gegenüber, nämlich eine Anlage, die in ca. 120cm bis 140 cm Höhe an der Wand entlang erbaut wird und den zur Verfügung stehenden Raum mit sogenannten Zungen erschließt. In meinem Beitrag “Mehr Platz für die Modellbahnanlage durch optimale Raumnutzung” gehe ich auf dieses Konzept näher ein. Es bietet viele Vorteile, darunter: deutlich mehr Strecke, deutlich mehr Landschaft und interessantere – viel interessantere Blickwinkel. Und es gibt noch einen weiteren Unterschied, der vielleicht auch für Dich zu einem Vorteil werden könnte.

Das Prinzip absoluter Nähe (PAN)

Das Konzept “Zungenanlage” ermöglicht es mir, die Gleisstrecken so zu legen, dass ich meinen Zug “begleiten” kann – ich gehe neben dem Zug her. Durch die erhöhte Anlage (je nach Belieben und Körpergröße z.B. 140cm) kann ich mit den Augen ganz nah herangehen und die Details der fantastischen Modelle während der Fahrt aus nächster Nähe genießen. OOK hat mit dem Begriff PAN (Prinzip absoluter Nähe) das Konzept auf den Punkt gebracht.

Aus “je mehr desto besser” wird “je näher desto besser”

Es wird schnell klar, dass der Spaß am Hobby sich bei diesem Modellbahn-Konzept nicht durch die Menge der Züge und Fahrzeuge

Prinzip absoluter Nähe Modellbahn auf Armlänge

Zugführer gehen also neben dem Zug her, während sie diesen über ein mobiles Steuergerät bedienen.

nährt – “je mehr desto besser”, sondern hier zählt zunächst das Fahrzeug, das man im Moment führt – nicht sitzend vom Sessel, sondern mobil – aus nächster Nähe. Zugführer*innen begleiten den Zug auf Augenhöhe. Nach dem Motto “je näher desto besser” also nach dem PAN. Es liegt auf der Hand, dass man hier der Langeweile nicht mit ständigem Neuerwerb von Fahrzeugen entgegenwirken muss, sondern der Spielspaß sich auch mit nur einem Zug beliebig ausreizen lässt. Ich kann also mit recht geringem Materialaufwand viel Freude erreichen. “Kann” ist kein “Muss” – auch hier kann ich so viele Züge einsetzen wie ich will – intensiv und nacheinander.

Ein schlüssiges Betriebskonzept für die eigene Modellbahn macht Spaß und spart Geld.

Zur Wahrheit gehört auch, dass einer Anlage die man nach dem PAN (Pan) betreiben möchte, ein schlüssiges Betriebskonzept zugrunde liegen sollte. Klingt viel komplizierter, als es ist, denn ein Betriebskonzept ist kein Hexenwerk.
Wie komme ich dem Konzept näher?

  1. Die Eisenbahn hat immer eine Aufgabe der sie gerecht werden muss – auch in Miniatur.
  2. Die Modellbahn spielt in einer bestimmten Epoche
  3. Die Modellbahnanlage befindet sich in einer bestimmten Region

Neben der Epoche, kann alles fiktiv sein. Es müssen also keine “realen” Vorbilder nachgebaut werden. Aber – und das gehört dazu – die Eisenbahn hat immer eine Aufgabe. Da müssen Güter, Rohstoffe und Personen transportiert werden und zwar nicht im Kreis, sondern von A über B nach C und umgekehrt. Da ist z.B. die Fabrik, die mit Rohstoffen beliefert wird und von der fertige Waren abgeholt werden müssen. Pendler wollen zur Arbeit oder Touristen und Ausflügler an den Endbahnhof ins Grüne. Wie spart das jetzt Geld? Fahrzeuge werden nicht drauf los gekauft, sondern passend zum Betriebskonzept. Mit wenigen Fahrzeugen kann man bereits  langanhaltenden Betriebsspaß erreichen. In meinem Beitrag “Wer viel Betrieb will … braucht wenig.” beschreibe ich, was alles in einem mini Endbahnhof  los sein kann.

In meinen Beiträgen zu verschiedenen Gleisplänen habe ich immer ein paar Zeilen zum Betriebskonzept geschrieben. Auch bei Märklin-Kreisanlagen kann die Eisenbahn einen Zweck haben. Nur so kann ich mit einer Modellbahn nachhaltig Spielspaß erreichen und der Langeweile entgegenwirken.

Spaß mit nur einem Zug – wie soll das denn gehen?

Ein Zug der um ein Oval kreist macht keinen Spaß – 10 aber auf Dauer auch nicht. Ein Zug, der eine Aufgabe zu erfüllen hat, kann hingegen stundenlang Spaß machen. Also das Betriebskonzept bringt den Spaß, und die Anlage nach dem PAN bietet die Möglichkeit. Denn nur hier kann ich den Zug begleiten und an den entsprechenden Betriebsstellen schalten, rangieren, kuppeln, zustellen und abholen, denn ich bin auf Augenhöhe und nur eine Armlänge entfernt. Beispiel: Im Ausgangspunkt – in der Regel ein Fiddleyard, also ein Gleis außerhalb der sichtbaren Anlage – beginnt der Spaß. Hier stelle ich meinen Zug der jeweiligen Aufgabe entsprechend zusammen. Wagen für Rohstoffe, Post und je nach Konzept für Personen werden angereiht. Sidekick: Hier können auch schön Zugkarten eingesetzt werden – dazu bald ein Beitrag. Der Zug geht dann auf die Reise rund ums Zimmer. An den verschiedenen Stationen werden die Wagen an die Be- und Entladestellen befördert, volle gegen leere Wagen getauscht, rangiert, umfahren und so weiter und so fort. Kurz: die Bahn erledigt die Aufgaben, für die sie ja gebaut wurde. Je komplexer die Aufgaben desto langanhaltender der Spielspaß – hier entdecken nicht wenige nebenbei die Freude an der Langsamkeit.

Passt das Prinzip absoluter Nähe (PAN) zu mir?

Wenn Du diese Frage schon mit “ja” beantworten kannst, findest Du hier in meinem Blog noch ein paar wertere Zeilen zum Thema PAN Prinzip absoluter Nähe. Im ADJ Heft N1 wurde dem “Prinzip absoluter Nähe ” auch ein Beitrag gewidmet.

“Das Basteln steht für mich im Vordergrund”
Pan und eine Anlage an der Wand widerspricht dem nicht. Im Gegenteil: hier kann ich wesentlich mehr unterbringen als auf einer Platte mit Oval.

“Ich möchte schöne Landschaft”
Dann musst du eine Anlage an der Wand entlang bauen, nur hier kannst Du in bis zu vier Himmelsrichtungen schauen, während Du bei der Platte von allen Himmelsrichtungen nur in die Mitte guckst.

“Ich möchte möglichst viele Züge gleichzeitig fahren lassen”
OK, hier ist Pan auf den ersten Blick nicht das Richtige für Dich – aber zusammen mit Freunden kann man auch gemeinsam mehrere Fahrzeuge bewegen. Jeder nur einen Zug – wie in der Realität.

“Ich habe keinen Spaß am Rangieren”
In erster Linie geht es beim PAN darum, den Zug aus nächster Nähe – auch während der Fahrt – zu begleiten und zu betrachten. Das geht auch ohne Rangieren. Schöne Betriebsabläufe im Bahnhof müssen beim Pan also nicht unbedingt sein, sind aber das Salz in der Suppe.

“Ich bin bequem und sitze lieber”
Ok aber bitte nicht vergessen: Stehen und Gehen ist gesünder als Sitzen. Wenn auf oder unter der Platte etwas entgleist, muss man klettern und krabbeln. Beim Pan kommst Du überall bequem dran.

“Ich möchte eine alters- oder behindertengerechte Anlage”
Hier ist eine Anlage an der Wand auf geeigneter Höhe und geringer Anlagentiefe in meinen Augen das Richtige. Alle Bereiche der Anlage sind gut und ohne Klettereien erreichbar. Ob man PAN auch mit einem Rollstuhl erfahren kann, kann ich nur mutmaßen.

Über die Vorteile einer Wandanlage mit Zungen haben ich bereits hier einiges geschrieben.