In der Fantasie geht bei der Modellbahn-Planung fast alles und die Wunschliste ist vor der tatsächlichen Planung der Anlage oft größer als es die Ressourcen erlauben. Aus gegebenem Anlass schreibe ich hier noch mal schnell ein paar Zeilen zu diesem Thema.

Die wichtigsten Ressourcen für die Modellbahn-Planung sind:

  1. Platz
  2. Zeit
  3. Geld

Der Platz:

Jeder von uns träumt von der Anlage, die alles kann und alles bietet. Da sollen eine zweigleisige Hauptstrecke, eine Nebenbahn mit Endbahnhof, ein Bahnbetriebswerk mit Drehscheibe, ein Dorf, eine Burg und noch das Car System in H0 auf 2,50 x 1,25 Metern untergebracht werden. Gut – vielleicht etwas übertrieben, aber ähnliche Vorstellungen begegnen mir regelmäßig.

Das richtige Einschätzen der zur Verfügung stehenden Fläche geht am schnellsten, wenn man sich zwei Dinge vor Augen hält:

1. Die Radien der Wunschgleise
2. Die Länge des gewünschten Zuges

Im nächsten Schritt Skizziere ich den Raum. Den ganzen Raum, mit Türen, Fenstern und allem was darin verbleiben soll. WICHTIG: Immer im richtigen Maßstab zeichnen – das kostet nix und ist extrem wichtig.

Was passt und wie plane ich meine Fläche

Ist die Raumskizze gemacht, fertige ich mir Schablonen der Radien. Also einfach Kreise mit dem entsprechenden Radius des Gleises. Die Kreise lege ich nun in die Raumskizze und ermittle, wo eine 180° Kehre möglich wäre – wenn ich diese denn benötige. Habe ich diese Orte gefunden, verbinde ich sie mit einer Fläche. Achtung: Hier sollte auch an die Erreichbarkeit gedacht werden. In der obigen Zeichnung ist der unerreichbare Teil der möglichen Anlagen-Form „gelb“ dargestellt.
Dass ein Rechteck oder eine L-Form nicht immer die optimalen Formen für die Modellbahn sind, zeige ich z.B. hier oder hier

Die Zeit:

Das Hobby braucht Zeit, jedes Detail. Wer hier seine Zeit nicht realistisch einschätzt, steht vor einer ewigen Baustelle. Jeder von uns ist anders! Mancher möchte gar nicht, dass die Anlage je fertig wird – keine Sorge, das wird sie auch nicht. Aber sie soll so fertig werden, dass man auch zum Fahren, zum eigentlichen Spiel kommt. In diesem Sinne ist gerade bei Einsteigern weniger oft mehr.
Hier ein Artikel zu einem Anlagenentwurf, der vorausschauend geplant wurde.

Das Geld:

Das Hobby ist nicht günstig. Wer bei der Planung vergisst, was eine Weiche kostet, dem geht wohlmöglich als das Geld aus. Weichen sind nicht das Einzige, was ins Geld geht, hier macht bekanntlich auch Kleinvieh ganz schön viel Mist.
Dazu ist eigentlich nicht mehr zu sagen.

Wer eine Anlage plant und am Ende nicht mehr als Summe X Euro ausgegeben möchte, muss exakt planen.

Low-Budget MOBA: Geht Modellbahn mit kleinem Budget?

Low Budget funktioniert nur mit einer perfekten Low-Budget Planung. Wenig Weichen, wenig Züge und durchdachte Gleisanlagen. Wer Geld sparen will, dem rate ich, sich tiefer ins Hobby einzulesen. Und damit meine ich nicht Bücher über „Traumanlagen“, sondern solche, die sich mit kleinen betriebsorientierten Konzepten beschäftigen. Dort kann man in meinen Augen maximalen Spaß aus verhältnismäßig kleinem Budget machen.
In dem hier verlinkten Artikel beschreibe ich ein Beispiel.

Hier nun der oben erwähnte „gegebene Anlass“:

Das Betriebswerk Ansbach sollte in H0 auf einem Raum von 5,8 x 2,15 Metern Platz finden.

H0 Gleisplan Bahnbetriebswerk Ansbach

Das BW Ansbach ist viel zu groß für den verfügbaren Platz:

Gleis der Wahl war das Tillig Elite. Das Bw konnte im Planungsprogramm zwar nahezu 1:1 mit Tillig Elite Gleisen umgesetzt werden, allerdings nicht auf dem zur Verfügung stehenden Platz. In der hier gezeigten Planung fehlen noch außerhalb benötige Gleise und Schattenbereiche. Die braune Fläche stellt den nutzbaren Platz dar.

H0 Gleisplan BW Cuxhaven

Das Bahnbetriebswerk Cuxhaven passt besser

Dieser Gleisplan zeigt das Bahnbetriebswerk Cuxhaven mit den gleichen Gleisen in H0.